Ratgeber 2026
Wie du dir einen zertifizierten Online-Fitnesskurs von der Krankenkasse erstatten lässt, was er kostet und wie du ein App-Abo wieder kündigst.
Kurz gesagt: Gesetzlich Versicherte können sich einen zertifizierten Online-Fitnesskurs von der Krankenkasse bezuschussen lassen – oft mit 80 bis 100 Prozent. Voraussetzung ist eine Zertifizierung nach § 20 SGB V durch die Zentrale Prüfstelle Prävention. Ein bekanntes Beispiel ist Gymondo mit den Kursen „Rücken fit & gesund“ und „Funktionelle Ganzkörperkräftigung“; dort gibt es zum Kurs laut Anbieter 12 Monate Mitgliedschaft dazu. Erstattet wird der Kurs, nicht das normale App-Abo.
Viele wissen nicht, dass ihre Krankenkasse Bewegung zu Hause mitbezahlt. Was früher nur für Rückenkurse im Sportverein galt, gibt es inzwischen auch digital: Präventionskurse in Fitness-Apps, die du im Wohnzimmer machst und danach bei der Kasse einreichst. Auf dieser Seite erfährst du, wie das funktioniert, welche Kosten anfallen, worauf du achten solltest und wie du ein App-Abo wieder kündigst.
Einen Überblick über Fitness-Apps mit und ohne Kassenkurs findest du in unserem Vergleich der Fitness-Apps für zu Hause.
Als Beispiel die Preise bei Gymondo, dem bekanntesten Anbieter mit Kassenkurs. Die Preise wechseln mit Aktionen; die Tabelle zeigt die regulären Größenordnungen, wie sie Anbieter und Preisübersichten im Oktober 2026 nennen.
| Variante bei Gymondo | Preis (ca.) | Für wen |
|---|---|---|
| Monatsabo | rund 14,99 € pro Monat | zum Ausprobieren über die Probezeit hinaus, flexibel |
| Jahresabo | rund 100 € pro Jahr, rechnerisch ca. 8 € pro Monat; in Aktionen oft deutlich weniger | wer sicher regelmäßig trainiert |
| Präventionskurs + Mitgliedschaft | Kurspreis wird je nach Kasse bis zu 100 % erstattet; laut Gymondo gibt es zum Kurs 12 Monate Gymondo gratis dazu | gesetzlich Versicherte |
| Probezeit | laut Gymondo 7 Tage kostenlos, jederzeit kündbar | zum Kennenlernen – Ablaufdatum notieren |
Am günstigsten wird es meist, wenn die eigene Krankenkasse den Präventionskurs übernimmt. Wer nicht gesetzlich versichert ist, fährt mit einem rabattierten Jahresabo am besten – vorausgesetzt, das Training wird zur Gewohnheit. Rechne ehrlich: Bei zwei Einheiten pro Woche kostet dich eine Trainingseinheit im Jahresabo weniger als einen Euro, im Monatsabo bei unregelmäßiger Nutzung schnell mehr als ein Kursbesuch im Studio.
Gymondo bietet zwei Kurse an, die von der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) zertifiziert sind: „Rücken fit & gesund“ und „Funktionelle Ganzkörperkräftigung“. Laut Gymondo bekommen Teilnehmende zusätzlich 12 Monate Gymondo gratis. Solche Präventionskurse nach § 20 SGB V bezuschussen die meisten gesetzlichen Krankenkassen. Wie viel, entscheidet jede Kasse selbst; genannt werden meist 80 bis 100 Prozent des Kurspreises. Üblich sind ein bis zwei bezuschusste Kurse pro Kalenderjahr.
Tipp: Kurse werden regelmäßig neu zertifiziert und bekommen dann eine neue Kursnummer. Manche Kassen prüfen die Zertifizierung zum Kaufdatum, andere zum Kursende. Wenn du lange für den Kurs brauchst, frag vorher nach.
Privat versichert? Private Kassen erstatten Präventionskurse nur, wenn der Tarif das vorsieht. Ein Blick in die Tarifbedingungen oder eine kurze Nachfrage klärt das.
Bei Vorerkrankungen, Gelenkproblemen, in der Schwangerschaft oder nach längerer Pause gilt: vor dem Start ärztlich abklären, welches Training geeignet ist.
Unser Eindruck: Gymondo passt zu Menschen, die gern angeleitet werden und eine feste Routine aufbauen wollen. Wer erst einmal ohne Kosten testen möchte, kann mit dem kostenlosen Nike Training Club beginnen und später wechseln – Vergleich siehe Fitness-Apps im Vergleich.
Wie du kündigst, hängt davon ab, wo du das Abo abgeschlossen hast.
Gut zu wissen: Das Löschen der App beendet das Abo nicht. Nach der Kündigung kannst du die App bis zum Ende der bezahlten Laufzeit weiter nutzen. Für Verträge, die seit dem 1. März 2022 geschlossen wurden, gilt: Nach der Mindestlaufzeit verlängert sich ein Abo nur noch auf unbestimmte Zeit und ist dann mit einer Frist von höchstens einem Monat kündbar. Probezeit-Abos solltest du rechtzeitig vor Ablauf beenden, wenn du nicht weitermachen willst.
| Alternative | Unterschied zum Gymondo-Kassenkurs |
|---|---|
| Freeletics | Bodyweight-Training mit KI-Plan, fordernder, kein Kassenkurs bekannt |
| YogaEasy | Spezialist für Yoga und Pilates, teils Live-Kurse |
| Nike Training Club | laut Anbieter kostenlos, weniger Struktur |
| Laufband oder Walking Pad mit Plan | Ausdauer statt Video-Kurs, z. B. mit unserem 30-Tage-Plan |
Alle Apps im Detail mit Kosten und Testmöglichkeiten: Fitness-Apps für zu Hause im Vergleich. Wer lieber mit einem Gerät trainiert, findet passende Modelle in der Übersicht der Fitnessgeräte für zu Hause und im Laufband-Ratgeber.
Den zertifizierten Kurs bezahlst du zunächst selbst; viele gesetzliche Kassen erstatten danach bis zu 100 Prozent. Manche Anbieter legen zum Kurs eine längere Mitgliedschaft gratis dazu. Normale App-Abos liegen meist bei rund 8 bis 15 Euro im Monat.
Nicht das normale Abo, aber zertifizierte Präventionskurse nach § 20 SGB V. Viele gesetzliche Kassen erstatten 80 bis 100 Prozent. Vorher den Erstattungscheck des Anbieters nutzen oder bei der Kasse nachfragen.
Üblich sind ein bis zwei bezuschusste Präventionskurse pro Kalenderjahr. Die genaue Regel legt deine Krankenkasse fest.
Auf der Website des Anbieters in den Abo-Einstellungen oder über den Kündigungsbutton. Wurde das Abo über den App Store oder Google Play abgeschlossen, kündigst du in der Abo-Verwaltung von Apple bzw. Google.
Die meisten Anbieter haben eine Probezeit; häufig sind es 7 Tage. Notiere dir das Ablaufdatum, damit das Abo nicht ungewollt weiterläuft.
Nein. Das Löschen der App kündigt das Abo nicht. Du musst aktiv kündigen.
Für viele Workouts nicht. Eine Matte reicht. Einige Programme nutzen Kurzhanteln oder Widerstandsbänder.
Quellen: Gymondo (Website, Krankenkassen-Erstattungscheck); Preisübersichten fitness-tiger.de, hoehle-loewen.de, uniturm.de; GKV-Spitzenverband/ZPP zu Präventionskursen nach § 20 SGB V; Verbraucherzentrale zu Kündigungsbutton (§ 312k BGB) und Gesetz für faire Verbraucherverträge; Apple- und Google-Hilfe zur Abo-Kündigung. Abgerufen am 21.10.2026.